Familiensiegel Sello

Familienstiftung
Hofgärtner Hermann Sello


Potsdam
Hermann Sello 1848 (Degas)

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Sehr geehrte Damen und Herren,
verehrte Anwesende,

da schon fast alle mehr oder weniger namentlich begrüßt worden sind, erspare ich mir und Ihnen, einzelne Personen nochmals besonders begrüßend herauszuheben.

Eine Ausnahme möchte ich jedoch machen, in dem ich Frau Sybille Eggert-Pignol besonders nenne. Sybille Eggert-Pignol ist die Autorin und zusammen mit Ihrem Mann, Brun Aretin Eggert die Herausgeberin des Buches "Hofgärtner in Bataillonen - Familienchronik der Hofgärtnerfamilien Sello und Nietner", das heute im Rahmen des GartenForums Glienicke vorgestellt werden soll.

Die Familienstiftung Hofgärtner Hermann Sello, die 1872 von dem selbst kinderlosen Hofgärtner Hermann Sello zugunsten der Nachkommen seiner Geschwister gegründet wurde, schätzt sich glücklich, in diesem Rahmen erstmalig ihre noch druckfrische Familienchronik vorstellen zu dürfen. Hierfür danke ich den Initiatoren des GartenForums Glienicke, namentlich Herrn Prof. Dr. Rohde, dem Gartendirektor der SPSG, und natürlich Herrn Prof. Dr. Dorgerloh, dem Generaldirektor der SPSG, die u.a. diese Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellt und die das HofgärtnerMuseum wie auch das HofgärtnerArchiv hier im Schloss Glienicke unterhält. Ich danke auch dafür, dass wir mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des diesjährigen Familientages der Familienstiftung Hofgärtner Hermann Sello, der seit 1991, also jetzt seit 20 Jahren wieder regelmäßig alle 2 Jahre in Potsdam stattfindet, Ihr Gast sein dürfen.

Zwischen der SPSG und unserer Familienstiftung bestehen seit Jahrzehnten enge Verbindungen, denn was wäre die SPSG ohne die Hofgärtnertradition, die sich u.a. in unserer Familienstiftung über 200 Jahre mit den ihr angehörigen Mitgliedern aus den Hofgärtnerfamilien Sello, Nietner, Fintelmann und Legeler wiederspiegelt? Seit den späten 1690er Jahren bis zum letzten Hofgärtner des Namens Sello, Emil Sello, der 1893 verstarb, waren die Sell, später Sello, aus dem Oberhessischen bei Dillenburg/Nassau stammend, als Planteure und Hofgärtner in den verschiedensten Revieren in Berlin und Potsdam in preußischen Diensten. Sie waren teilweise mehrfach verschwägert mit den gleichfalls alten Hofgärtnerfamilien Nietner (seit den 1760er Jahren) und Fintelmann (seit 1750er Jahren), der Familie Legeler (Hofgärtner seit 1830) sowie der Familie des Architekten Friedrich Ludwig Persius, der mit Hermann Sello's Schwester Pauline verheiratet war.

Nach, insbesondere wegen der Trennung der beiden deutschen Staaten, ungeregelter Zusammenarbeit, wurde 1992 mit der damaligen Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci ein erster vorläufiger Kooperationsvertrag geschlossen, der 2003 in einen dauerhaften mit der heutigen SPSG überging. Eines der Ergebnisse dieser Zusammenarbeit war u.a. die Deponierung des Nachlasses der Töchter des letzten Babelsberger Hofgärtners Kurt Nietner, Hanna und Ursula Nietner unter den Fittichen der SPSG sowie nachfolgend vieler weiterer Dokumente und sonstigen Archivalien aus den verschiedenen Familien innerhalb unserer Stiftung. Und dieses Depositum wie auch die weiteren familien- und gartengeschichtlichen Unterlagen der Familienstiftung Hofgärtner Hermann Sello, die die eigenen Sammlungen der SPSG ergänzten und erweiterten, waren mit Grundlage für den Aufbau des HofgärtnerMuseums, damals initiiert und erstmals eingerichtet - ich glaube, es war 1995 - im Gärtnerhaus Nordtor in Sanssouci durch Herrn Prof. Dr. Seiler und erster weiterer Bestandteil eines mit den Beständen der Gartendirektion bestückten HofgärtnerArchivs. Beide sind heute im Schloss Glienicke beheimatet.

So ist es nahezu selbstverständlich, die Familienchronik der Hofgärtnerfamilien Sello und Nietner an diesem Ort erstmals öffentlich vorzustellen.

Diese Familienchronik beansprucht nicht eine genealogische und chronologische Vollständigkeit. Sie beschränkt sich vornehmlich auf die Sellos und Nietners, zumal es zu den Fintelmanns schon eine Familienchronik gibt. Auch zu Ludwig Persius gibt es inzwischen etliches Fundierte. Sybille Eggert hat nun im Auftrag der Familienstiftung ein Werk geschaffen, in dem nicht nur die Hofgärtner Sello und Nietner selbst beleuchtet werden, sondern auch deren weitere Nachkommen und das gesellschaftliche Umfeld, in dem sie lebten und arbeiteten. Dies alles wird erzählend, manchmal anekdotisch, dann wieder berichtend unterhaltsam auf gut 200 Seiten zusammengefasst und reich schwarzweiß und farbig bebildert, wobei die meisten aus Familienbesitz stammen. Die Chronik versteht sich deshalb nicht als vollständige Darstellung der Familiengeschichte, sondern eher als exemplarischen Erzählband. Und so macht es Freude, darin zu blättern und zu lesen. Dieses Buch ist auch eine Zusammenfassung bisher an disparaten Stellen zu findenden Quellen und es stützt sich auf neuere Recherchen und Verifizierungen von Daten und Zusammenhängen. Es ergänzt damit die schon bestehenden Ausstellungskataloge der SPSG "Nichts gedeiht ohne Pflege" und "Preußisch Grün" und ist deshalb hoffentlich auch für an Gartenhistorie und preußischer Geschichte Interessierte von Interesse. Über Einzelheiten wird gleich Frau Eggert-Pignol selbst berichten.

Sybille Eggert-Pignol ist prädestiniert für die Erarbeitung dieser Chronik: Sie ist nicht nur (familien-)historisch interessiert, sondern zudem mehrfach verwandt bzw. verschwägert mit den Sellos: Ihr Urgroßvater war der Hofgärtner Emil Sello, ein Bruder von Hermann Sello; ihr Gatte ist ein Ururenkel von Pauline Sello, einer Schwester von Hermann Sello, die mit Ludwig Persius verheiratet war.

Danken möchte ich allen denjenigen, die das Chronik-Projekt durch großzügige Bereitstellung von Materialien und sonstigen Informationen unterstützt haben. Dieser Dank ist insbesondere der SPSG mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Plansammlung und Gartendirektion geschuldet, namentlich aber auch der Kastellanin von Schloss Glienicke, Frau Susanne Fontaine, die seit vielen Jahren das HofgärtnerMuseum, das HofgärtnerArchiv und damit auch das darin deponierte Archiv der Familienstiftung Sello betreut und viele Kontakte herstellte.

HofgärtnerMuseum und HofgärtnerArchiv sind im Rahmen gerade dieses Kolloquiums des GartenForums ein besonderes Anliegen unserer Familienstiftung neben der Vorstellung der Familienchronik Sello/Nietner.

Ich möchte dem Ende der Veranstaltung nicht vorgreifen, aber für mich ist eine Vision ziemlich klar: Ich meine, es braucht ein HofgärtnerArchiv, um Dokumente schriftlicher, zeichnerischer oder dinglicher Art zu Theorie, Pflege und Entwicklung der Gartenkunst im allgemeinen und der Tradition des Preußischen Hofgärtnerwesens im besonderen zu sammeln, zu bewahren und weiter zu erforschen, einschließlich ihrer gesellschaftlichen Einbindungen, Verknüpfungen und Veränderungen. Es braucht ferner ein HofgärtnerMuseum zur Dokumentation und Präsentation dessen, was Gartenkunst, Gartentradition, Gartendenkmalpflege und Hofgärtnertum darstellen und wie sie fortwirken. Und wir brauchen eine Institution wie das GartenForum, in dem ein lebhafter Austausch von Praktikern, Gartenhistorikern, -denkmalpflegern und -archäologen, Garten- und Gartenkunstinteressierten stattfinden kann über nicht nur die historischen Gartenanlagen, deren Entwicklung, Pflege und Erhalt, sondern auch auf der Grundlage der jahrhundertelangen Entwicklung der Gartenkunst über Gartenanlagen und Gartendenkmalpflege zur Freude und Erholung für die Menschen von heute und morgen. Es gibt in Deutschland mehrere Institutionen und Foren, die sich mit Garten- und Landschaftskunst und deren Pflege und Erhalt befassen. Könnte nicht das GartenForum Glienicke einen Ankerpunkt, eine Art zusammenfassendes Kompetenzzentrum auf diesen Gebieten und für die übergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen Foren bilden?? Ein nutzbarer Grundstock in der Region Berlin - Brandenburg ist jedenfalls dafür vorhanden: Sammlungen, Archive, Bibliotheken, museale Möglichkeiten - wenn auch ausbaubedürftig - , historisches Parkambiente als Anschauungsobjekte, Kooperationspartner in Wissenschaft, Politik, Denkmalpflege und Gartenwelt sowie Erfahrungen im Bereich von Veranstaltungen und Weiterbildung.

Desiderate für unsere Familienstiftung und das Sello-Archiv sind jedoch zunächst überwiegend praktischer Natur: Archivgemäße, sichere und räumlich zusammenhängende Lagerung und Unterbringung des Bestandes, archivarische Erfassung und Erschließung des Bestandes sowie Zugänglichkeit und fachliche Betreuung. Und dieses im größeren Zusammenhang mit den gartenhistorischen Sammlungen der SPSG und dem HofgärtnerMuseum. Ich bin sicher, dass dies Anreiz für unsere Familie sein wird, noch weitere ungehobene private relevante Schätze in die Obhut eines Archivs unter Betreuung der SPSG zu geben.

Vielleicht können wir ja am Ende der Veranstaltung eine in diesem Sinne positive Bilanz für eine sichere Zukunft von HofgärtnerArchiv, HofgärtnerMuseum und GartenForum Glienicke sowie deren Ausbau ziehen.

Herzlichen Dank


letzte Änderung 5.06.2011 13:45 CEST
durch sello-webteam